Alonnisos ist eine griechische Insel der
Nördlichen Sporaden und liegt etwa zwei Seemeilen östlich von
Skopelos. Bei einer Länge von 20 km und einer Breite von etwa 4,5 km beträgt die Fläche der Insel 64,118 km². Damit ist Alonissos die drittgrößte Insel der Nördlichen Sporaden.
Knochenfunde bei Kokkinokastro von prähistorischen Tieren und Menschen, sowie Werkzeugen wurden auf die Zeit um 100.000 v. Chr. datiert. Vermutlich war zu dieser Zeit Alonnisos über eine Landbrücke mit den westlichen Nachbarinseln und Thessalien verbunden. Jungsteinzeitliche Werkzeuge wurden im der Inselinneren bei Kastraki entdeckt. Weitere Zeugnisse der Jungsteinzeit konnten auch auf heute unbewohnten Nachbarinseln wie Kyra Panagia nachgewiesen werden. Die für Griechenland eher seltenen Zeugnisse aus dem Mesolithikum wurden auf der Insel Gioura zum ersten Mal auf einer Ägäisinsel nachgewiesen.
Im 16. Jahrhundert v. Chr. hieß die Insel Ikos und war kretische Kolonie. Die Kreter brachten den Anbau von Oliven und Wein auf die Insel. Zwischen dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. wurde die Insel mykenische Kolonie. Ihren heutigen Namen Alonnisos erhielt die Insel erst 1831. Im 16. Jahrhundert n. Chr. hieß sie Liadromia und später Chiliodromia.
Alonnisos wurde am 9. März 1965 von einem schweren Erdbeben mit der Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala erschüttert: das Erdbeben kostete zwei Menschenleben, 85 % der Häuser wurden zerstört. Die Häuser im gleichnamigen Hauptort auch Chora genannt, wurde stark beschädigt. Lediglich die dicken Häuserwände des festungsartig angelegten Dorfes blieben größtenteils stehen, die meisten Dächer stürzten aber ein. Viele Einwohner bauten ihre Häuser nicht wieder auf, sondern zogen um in den Hafenort Patitiri, der sich seitdem zu dem Verwaltungs- und Einkaufszentrum der Insel entwickelt hat. Von der Lage des zerstörten Dorfes auf etwa 250 m Höhe beeindruckt, kauften Ausländer die Ruinen auf und schufen daraus kleine Ferienhäuser.
Der Boden der gebirgigen Insel besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Auf ihm wachsen Fichten, Oliven, Feigen, Mandeln und Weinreben. An den wilden Stränden leben Robben und wilde Tauben.
Die Strände der Insel bestehen überwiegend aus grobem Kies und sind zumeist nur zu Fuß, mit einem Moped oder einem Boot zu erreichen. Das Ökosystem des Meeres an der Nordseite der Insel befindet sich in einem sehr guten Zustand. Vermutlich ist hier deswegen das seltenste Säugetier Europas, die Mönchsrobbe (Monachus-Monachus), heimisch. Um sie und andere Tiere zu schützen, wurde 1992 der Nationale Meerespark Alonnisos eröffnet.
Tourismus und Unterkünfte: Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Haupthafen Patitiri
39° 08,55' N 023° 51,94' E
Für die großen Autofähren wurde inzwischen ein großes Areal östlich des Wellenbrechers in Betrieb genommen. Sowohl die neue Fährpier als auch die alte Pier im Inneren des nahezu kreisrunden Hafenbeckens sind freizuhalten. Hier legen nicht nur die Tragflächenboote (Flying Dolphins)und deren Nachfolger, die Personenkatamarane (Flying Kats), der Platz an der alten Pier ist nun auch für Touristenbooten reserviert.
Anlegen kann man vor Buganker am nordöstlichen Kai. Gerade an dieser Stelle ist der sich bei kräftigerem Wind sofort aufbauende Schwell besonders deutlich vorhanden. Es empfiehlt sich, die Festmachetechnik der lokalen Fischer zu übernehmen - sie nutzen außergewöhnlich lange Festmacherleinen, was natürlich eine ständig ausgebrachte Gangway verhindert. Lehnige Leinen oder gar Ruckdämpfer kann man hier bestens zur Anwendung bringen.
Im Westen der Hafenbucht kann man frei ankern, wenn man einen freien Platz zwischen den Murings findet. Unter anderem bei Flottillen ist es beliebt, vor Anker mit langen Landleinen zum nordwestlichen Ufer (und an vereinzelten Felsen) festzumachen. Der Ankergrund hält durch den Seegrasbewuchs nicht immer gleich. Bei vorhandenem Platz kann man auch vor Buganker und Heckleinen an die Außenseite der neuen Pier gehen. Der vorherrschende Wind fällt hier zwar seitlich ein, der Schwell ist hier jedoch in der Regel deutlich geringer als in der nordöstlichen Ecke des Hafens. Im Übrigen wurden immer wieder Yachten beobachtet, die längsseits an Frachter und Hochseefischer festgemacht hatten - entsprechendes Fragen hat hier offensichtlich nichts geschadet.
Im Ort hat man gute Versorgungsmöglichkeiten, es gibt einige Tavernen. Treibstoff wird mit Tankwagen geliefert, die dazugehörige Tankstelle (N 39° 08,797' E 023° 51,713') erreicht man nach einigen hundert Metern über die Straße in der Verlängerung der neuen Pier. Wasser gibt es aus einem Anschluss an der Wurzel am alten Fähranleger.
Achtung Schwell: Radspieler schreibt:
"Obwohl der Hafen bei nördlichen Winden sehr guten Schutz bietet, kann es doch vorkommen, dass bei durchziehenden Gewittern trotz Windstille plötzlich Dünung in den Hafen läuft, die sich aufschaukelt und bis über den Kai schwappt. Bei einem meiner Besuche haben bei einer solchen, von den Einheimischen als selten bezeichneten Situationen, nicht nur etliche Yachten einer Flotille, sondern auch Fischerboote großen Schaden genommen."
Ormos Votsis
39° 08,96' N 023° 52,48' E
Die Bucht liegt nur eine halbe Seemeile noröstlich des Hafens Patiriti und eignet sich sehr gut zum Ausweichen, wenn Patiriti durch Flotillen belegt ist. Ankergrund ist gut haltender Sand.
In den Buchten nordöstlich vom Haupthafen Patitiri findet man eine ganze Reihe von Dauerliegern - Fischer und vorwiegend kleinere Yachten und Boote, an Murings mit (langen!) Leinen zu den Piers oder vor Anker/Muring in der jeweiligen Bucht. Die Schwellsituation zeigte sich ähnlich stark ausgeprägt wie in Patitiri, ortsansässige Fischer wollten sich nicht festlegen, wo man mit einem Segelboot besser/sicherer liegt.
Ormos Tzortzi
39° 09,94' N 023° 54,06' E
Eine landschaftlich reizvoll gelegene Bucht, gerade das Akrotirion Kokkinokastro ("Kap Rotes Kastell"), das bei der Ansteuerung an Backbord bleibt, ist ein immer wieder gern genommenes Fotomotiv. In der Nähe des Kaps hat man sehr alte ehemalige Siedlungen gefunden. Deshalb und wegen der schönen Strände fahren Kaikis mit Badegästen hierhin, an Land gibt es in der Nähe einen Parkplatz für Touristenbusse. Abends wird er auch in der Hochsaison der größte Trubel vorbei sein. Man ankert im Norden der Bucht auf gut haltendem Grund, wenn der Anker nicht gerade auf eines der Seegrasfelder gefallen ist.
Am Strand gibt es ein Taverne, geöffnet hat sie offensichtlich nur in der Haupturlaubszeit. Ansonsten keinerlei Versorgungsmöglichkeiten. Man liegt hier ruhig in bewaldeten Hängen mit verstreut angesiedelten Ferienhäusern, es kann jedoch leichter Schwell um die Huk laufen.
Stenivalla
39° 11,47' N 023° 55,64' E
In dieser Bucht (auch: Steni Vala) in der Durchfahrt zwischen Ns. Peristera und Alonnisos stehen am N-Ufer einige Häuser und Tavernen, vor denen das Ufer befestigt ist. Entlang dieser "Pier" beträgt die Wassertiefe stellenweise unter 1,5 m, daher sollte man hier mit Heckanker und Bug voran anlegen. Sonst kann man im äußeren Bereich der Bucht auf 6 - 10 m WT, auf stellenweise bewachsenem Kies mit Steinen ankern. Der innere Bereich der Bucht ist für Boote ab 30' zu schmal zum freien Ankern.
Im Ort gibt es eine Pension, sowie an Versorgungsmöglichkeiten einige Tavernen und einen Minimarkt. Wasser und Treibstoff sind nicht verfügbar. Am Scheitel der Bucht ist eine kleine Robbenaufzuchtstation eingerichtet, die jedoch nur im Winter zu ihrem ursprünglichen Zweck betrieben wird. Diese Anlage gehört mit zum National Maritime Park of Alonnisos.
Ormos Gerakas (auch Ormos Phirakos)
39° 16,29' N 023° 56,90' E
Einige verstreute Ferienhäuser und Gehöfte findet man hier, mittendrin das im Vergleich riesige Betonbauwerk der Meeresbeobachtungsstation. In der nach Nordosten offenen Bucht hat man einen kräftigen Wellenbrecher und Piers gebaut. Der Hafen wird offensichtlich nur von einigen Fischern genutzt. Einer der wenigen Häfen in der Ägäis, in denen man teilweise längsseits festgemacht liegt (zumindest wenn Platz vorhanden ist). Der Schutz bei Nordwind war bei unserem Besuch verblüffend gut, Erfahrungen bei kräftigem und länger andauerndem Meltemi liegen nicht vor. Keinerlei Versorgungsmöglichkeiten.
Ankerbucht Vasiliko auf Peristra
39° 12' N 023° 58,62' E
Ormos Vasiliko befindet sich auf der Westseite der Insel Peristera und bietet selbst bei Sturm aus Nord besten Schutz. Bei der Ansteuerung aus Norden ist wegen Unterwasserklippen großer Abstand zur Einfahrtshuk zu halten. Der Grund steigt aus großer Tiefe gleichmäßig an und besteht aus gut haltendem Sclick. Wegen einer schweren Mooringkette und einem Unterwasserkabel hält man sich besser an der Westseite der Bucht und ankert mit reichlich Kette auf 6-8m WT. Trotz der Neubauten ist es wohltuend still.
Ankerbucht Klima auf Peristra
39° 11,4' N 023° 58,74' E
In den Seekarten namenlos, griechisch Ormos Klima genannt. Die sehr reizvolle Bucht schneidet von hohen Felsen umgeben an der Ostseite von Peristera tief nach Südwesten ein. Die Ansteuerung ist problemlos, da keine Untiefen existieren. Der Grund steigt aus großer Tiefe erst nahe vor dem Strand schnell an. Er besteht aus größeren Steinen, hält aber gut. Hinter dem steinigen Strand befindet sich ein Brunnen mit Süßwasser.
Die Hauptwindrichtung in den nördlichen Sporaden ist Nord
(Meltemi). Gerade in den Sommermonaten weht hier der Meltemi aus dem ersten oder vierten Quadranten, jedoch weniger stark als im Süden der Ägäis. Im Frühjahr und Herbst gibt es wesentlich weniger Wind, wechselnd aus nördlichen Richtungen, aber auch aus Süd. Im Trikeri-Kanal Düseneffekt von Ost nach West. Es empfiehlt sich, in den Monaten Juli und August Ankerbuchten und Liegeplätze nach Schutz gegen Nordwind auszusuchen. Unter der Telefonnummer 01/9629316 gibt ein englisch sprechender Meteorologe Auskunft über das Wetter der nächsten drei Tage.