Die Insel Patmos gehört geografisch und politisch zur Inselgruppe der Dodekanes in der Ost-Ägäis. Sie ist 34,5 km² groß und eher hügelig als bergig, die höchste Erhebung erreicht 269 m. Der Bewuchs ist sehr spärlich, es gibt kaum Bäume, nur die typische Phrygana bedeckt das Land. Patmos hat etwa 2.700 Einwohner.
Trotz ihrer geringen Größe gehört Patmos zu den bedeutenderen Inseln der Ägäis: Als vermutlicher Schöpfungsort der Offenbarung des Johannes ist sie Standort eines der wichtigsten Klöster der griechisch-orthodoxen Kirche und ist über mehrere hochfrequentierte Fährlinien mit dem Rest Griechenlands verbunden. Daher gilt Patmos auch als „Heilige Insel“ und ist alljährlich Ziel mehrerer großer Wallfahrten orthodoxer gläubiger Christen, beispielsweise an Ostern. Durch diesen regen Besucherstrom wurden auch früh die Fährverbindungen ausgebaut, und so konnte Patmos trotz des fehlenden Flughafens an der touristischen Erschließung der griechischen Inselwelt teilhaben, ohne die Auswüchse eines forcierten Massentourismus erleben zu müssen.
Die meisten Strände sind praktisch unbebaut und haben nicht selten nur ein einziges Restaurant zu bieten. Es gibt jedoch große Mengen an Tagesbesuchern und Pilgern. Hauptsaison ist von Mai bis Oktober.
Sandstrände sind nur an der Süd- und Ostseite anzutreffen. Im Norden – insbesondere bei Lampis Bay – bestehen die Strände aus faszinierenden bunten Steinen bis Walnußgröße. Die Westseite besteht hauptsächlich aus schroffer Steilküste.
Patmos ist ausschließlich per Schiff erreichbar.
Das dem Heiligen Johannes gewidmete Kloster wurde 1088 von einem Mönch, dem Seligen Christodulos, mit Unterstützung des byzantinischen Kaisers Alexios I. auf den Ruinen eines antiken Artemis-Tempels gegründet. Mit seinen burgähnlichen Mauern beherrscht es bis heute das Erscheinungsbild von Chora und der Insel. Das Johanneskloster mit seiner bedeutenden Bibliothek wird seit 1999 als Weltkulturerbe der UNESCO geführt.
Patmos war in römischer Zeit ein Verbannungsort, angeblich auch der des Evangelisten Johannes, welcher in einer Höhle seine Offenbarung (Apokalypse) niedergeschrieben haben soll. Patmos ist in der Offenbarung ausdrücklich als Ort seiner Visionen benannt. Die Johannesgrotte ist eines der wichtigsten Heiligtümer der griechisch-orthodoxen Kirche. Sie ist nahe der Straße von Skala nach Chora zu besichtigen.
Patmos hat trotz seiner geringen Größe ein ausgeprägtes Straßennetz in weitgehend gutem Ausbauzustand, das zu fast allen der zahlreichen Strandbuchten und Sehenswürdigkeiten bis auf wenige Meter führt. Es gibt viele Auto- und Motorrollervermietungen, Buslinien und Taxis. Seit die Insel zum staatlichen Heiligtum erklärt wurde, besteht ein erschwertes Baugenehmigungsverfahren; daher hält sich die Zahl der Touristen, die auf der Insel beherbergt werden können, in Grenzen. Dies ist von der Verwaltung bewusst so gesteuert, damit kein „Ballermann-Tourismus“ aufkommt. Hauptsaison ist von Mai bis Oktober. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Sandstrände sind nur an der Süd- und Ostseite anzutreffen. Im Norden – insbesondere bei Lampis Bay – bestehen die Strände aus faszinierenden bunten Steinen bis Walnußgröße. Die Westseite besteht hauptsächlich aus schroffer Steilküste.
Patmos ist ausschließlich per Schiff erreichbar. Es gibt jedoch einen Hubschrauberlandeplatz für das Militär und Notfälle. Die nächsten von Deutschland saisonabhängig angeflogenen Flughäfen sind auf den Inseln Samos und Kos. Vom Hafen von Kos gibt es regelmäßige Fährverbindungen nach Patmos, die zwischen zwei (Katamaran) und vier Stunden
(Autofähre) dauern.
Patmos Haupthafen (Seekarte)
37° 19,5'N 026° 32,8'E
In einer lang gestreckten Bucht als idealem Naturhafen liegt die Hafenstadt der Insel, hier konzentrieren sich die touristischen Unterkünfte und Gewerbebetriebe. In der älteren Bausubstanz an der Hafenfront finden sich venezianische Elemente. Aufgrund der hohen Frequenz an- und ablegender Fährschiffe umgibt ein betriebsamer Flair den Ort.
Auf Patmos kann man am Yachtkai in der Vor- und Nachsaison schon mal längsseits anlegen. Um 0200 nachts kommt eine Fähre, die einen gewaltigen Schwell im Hafen verursacht, dadurch riss bei uns ein Fender ab.
Seitdem die Segler weiter hinten in der Bucht anlegen, haben sich auch Geschäfte hier niedergelassen: Eine Bäckerei, ein Supermarkt und ein Internetcafe, wo man auch duschen kann.
Noch weiter hinten im nördlichen Teil gibt es eine marina-ähnliche Anlage mit Betonpiers und einem Schwimmsteg. Strom, Wasser und Fäkalienabsauger sind fertig installiert, aber noch nicht in Betrieb.
Das Restaurant Pantelis in der zweiten Reihe ist ein Familienbetrieb und existiert schon seit 1959. Hier gibt es gute griechische Küche zu normalen Preisen, zu empfehlen ist besonders die Fischsuppe.
Warnung: Hier wird in letzter Zeit ganz genau kontrolliert, ob das Wasser nicht durch Yachten (Schiffstoilette) verschmutzt wird. Es ist ein Fall bekannt geworden, wo bei einer Verunreinigung durch Kinder eine Geldstrafe von 1000 DM verlangt wurde und das Schiff an die Kette gelegt wurde. Duschen kann man ggf. im Hotel Skala. Dort ist auch ein netter Swimmingpool mit Bar. Nachts ist es laut.
Tip: Ausweichen in die Ankerbucht Melogi, etwa 2sm NO vom Haupthafen.
Wasser bekommt man per Tankwagen von Niko (Tel 0247/32076). Da Wasser per Tankschiff nach Patmos kommt ist es auch entsprechend teuer.
Ankerbucht Ormos Grikou
37° 18,00' N 026° 33,79' E
Im Süden von Patmos erstreckt sich diie Bucht Ormos Grikou, die von einer vorgelagerten kleineren Insel geschützt wird. Innerhalb dieser Bucht erhebt sich ein etwa 20 m hoher Felsen, der in der Frühantike höchstwahrscheinlich als Zeremonienstätte, später von Piraten genutzt wurde. Der Fels ist rundum mit eingehauenen Treppen und Hohlräumen übersät. Auf dem Gipfel ist eine Zisterne anzutreffen, die heute noch funktioniert. In diese Bucht erstreckt sich ein Tal, das noch die ursprüngliche Vegetation und einen ganzjährig wasserführenden Bach beherbergt. Dessen Quelle ist von einer winzigen Kapelle eingefasst, in der laut Überlieferung die ersten Menschen getauft worden sein sollen, die sich seither Christen nannten. Die Kapelle liegt auf halbem Weg an der Straße zwischen Grikos und Chora.
Sehr gut geschützte Bucht, deren Ansteuerung tagsüber einfach und nachts mit Vorsicht möglich ist. Bei der Ansteuerung von Ost besteht keine Gefahr, die Wassertiefen sind groß und die Bucht ist frei von Untiefen. Von Südost kommend muss man sich in der Mitte zwischen der Insel Nissos Tragos und der Küste von Patmos halten. Vor dem Sandstrand liegt im Norden ein
T-förmiger Betonpier, der an der Stirnseite zwei Meter Wassertiefe hat. Der Ankergrund ist Schlick, dicht mit Seegras bewachsen. Diesen Pier kann man zum Anlegen nutzen, wenn die letzten Ausflugsboote abgelegt haben. Ansonsten ist Ankern auf beliebiger Wassertiefe möglich. Am Strand im Westen in gutes Restaurant, sonst keine Versorgung.
Im Sommer
Meltemi aus Nord, aber nicht so stark wie in der Zentralägäis. Nachts legt es sich meist. Wenn er dennoch in der Nacht weht, ist am nächsten Tag sehr starker Meltemi zu erwarten. Im Frühjahr und im Herbst ist der Meltemi schwächer. Ein gutes Zeichen ist abendlicher und nächtlicher Tau. Dann gibt es am nächsten Tag wenig oder keinen Wind. Im Winter kann es zu heftigen (!) Stürmen bis zur Orkanstärke kommen.