Menorca ist die östliche und nördlichste Insel der spanischen autonomen Region Balearen. Auf Menorca leben 90.235 Einwohner (Stand: 2007) auf 694 Quadratkilometern. Der Hauptort heißt menorquinisch Maó, kastilisch Mahón.
Menorca hat eine Fläche von fast 700 km². Von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli ist die Insel etwa 50 Kilometer lang und in Nord-Süd-Richtung 16 Kilometer breit.
Die Insel prägen zwei Regionen: Tramuntana, die Berge im Norden, und Migjorn, das Hügelland im Süden. Als Folge von geologischen Faltungen ist die Tramontana schroff; an seiner zerklüfteten Küste befinden sich Naturhäfen.
Im Gegensatz dazu hat der Süden ein sanftes Relief mit einigen tiefen Schluchten. Die Küste ist geradliniger mit Felsen und langen Sandstränden. In der Mitte der Insel ragt der 357 Meter hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen herrlichen Rundblick hat.
Die 117,3 Kilometer lange Küstenlinie bietet zahlreiche Abwechslungen: Steilküsten, abgeschiedene Buchten und lange Strände sowie einige Naturhäfen.
Außerhalb der beiden Städte Ciutadella und Maó wird das Bild der Insel vor allem von geruhsamer Beschaulichkeit geprägt: viele von Steinmauern gesäumte Felder, weiß getünchte Bauernhöfe mit alter Käsetradition (siehe Mahón-Menorca-Käse), idyllische Dörfer und malerische Fischerorte.
Insgesamt ist die Insel sehr grün und waldreich und es wird viel Landwirtschaft betrieben. Der ursprüngliche Norden ist felsig und geprägt von schroffen, zerklüfteten, teilweise fjordartigen Küsten, der Süden wirkt sanfter, die Küste ist weniger zerklüftet, hat bessere Strände und deshalb mehr Tourismus.
Wegen der späten Erschließung durch den Tourismus konnte Menorca sich vor der Zerstörung durch Siedlungen weitgehend bewahren. Im Jahre 1993 wurde die Insel zu einem Biosphärenreservat erklärt. Heute steht fast die Hälfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz. Viele unbebaute Strände und ursprüngliche Landschaften sind somit erhalten geblieben. Die Bauweise der Touristenunterkünfte ist im Vergleich zu den Touristenzentren der Nachbarinseln (Mallorca, Ibiza) großzügig und weniger klotzig. So kommen nach Menorca viele Natur- und Kulturbegeisterte, die Insel ist aber auch ein erklärtes Badeziel, besonders bei Familien mit kleinen Kindern.
Es gibt nur zwei Häfen, die bei jedem Wetter und nachts angelaufen werden können: Die Hauptstadt Mahon im Osten und Ciutadella im Westen.
Daneben gibt es viele Buchten (Calas) die bei gutem Wetter ebenfalls als Übernachtungsmöglichkeit dienen. Mahon (Maó) und Ciutadella liegen über die Südküste rund 35sm auseinander, über die Nordküste ist es weiter. Im Norden gibt es die Cala Fornells als Unterschlupf, die jedoch bei starkem Mistral auch zur Falle werden kann, wenn Seegang mit 4-5m auf den Eingang der Cala steht.
Hafen Mahon
39° 53,5' N 004° 15,8'E
Mahon ist die Hauptstadt der Insel Menorca an einer riesigen Naturbucht.
Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, der tiefeingeschnitte Hafen bietet sicheren Schutz und man kann bequem mitten im Hafen ankern ( Fährverkehr beachten ) um mit dem Beiboot in der Stadt anzulanden. Das Städtchen selbst ist sehenswert und bietet beste Einkaufs- Bummel- und Essensgelegenheiten.
Für Sportboote bieten sich sehr viele verschiedene Möglichkeiten festzumachen. Von mehreren hochpreisigen Marinas über verschiedene Schwimmstege mitten in der Bucht bis hin zu Bojenfeldern und Ankerplätzen. Ende September 2007 gab es an allen diesen Einrichtungen auch genügend freie Plätze.
Die Ansteuerung ist unkompliziert, hervorragend betonnt und unter allen Wetter- und Sichtbedingungen möglich. Lediglich das Verkehrsaufkommen ist enorm, sodass man sich stets über die Kollisionsverhütungsregeln im klaren sein sollte. Drei Marinas bieten alle Versorgungsmöglichkeiten. Eine davon liegt am Ende der Bucht mitten in einem Industriegebiet mit Kraftwerk in der Nachbarschaft – nicht sehr romantisch. Bei allen Liegeplätzen vor der Isla Pinto ist davon allerdings nichts zu sehen.
Von einlaufenden Yachten wird erwartet, dass sie sich bei der Ribera del Puerto anmelden –einer Art Verteilzentrale für Sportbootliegeplätze- und zwar über UKW Kanal 09 oder telefonisch +34 971 354 844.
Vom Bojenfeld östlich der Isla Pinto hat man einen schönen Ausblick auf die Altstadt von Mahon, die dicken Pötte ziehen einem direkt vor der Nase vorbei und doch ist es viel ruhiger als am Ufer. Hier zahlten wir im Oktober 2007 für 44ft 13,00 € pro Nacht.
In der Cala Figuera befindet sich eine Bootstankstelle, in der Nähe auch ein gut sortierter Bootsausrüster und Segelmacher. Das Einkaufen von Lebensmitteln hat uns in den Markthallen sehr gut gefallen. Die liegen in der Altstadt oben auf dem Berg im Kreuzgang eines alten Franziskanerklosters. In den einzelnen Abteilungen des Kreuzgangs haben die Metzger, Bäcker, Obst- und Gemüsehändler ihre Läden während der Keller von einem größeren, gut sortierten Supermarkt beansprucht wird. Bis man die Sachen dann aber auf dem Boot hat, braucht man entweder eine gute Kondition oder einen guten Trolley.
Mahon wurde während der Zeit der britischen Besatzung an Stelle von Ciutadella zur Hauptstadt Menorcas gemacht. Der Einfluß Großbritanniens ist auch heute noch allgegenwärtig: Fast alle Menorquiner sprechen englisch, auf den Speisekarten finden sich sechs verschieden Sorten Rindersteaks (obwohl es weit und breit keine Rinder gibt) und die Touristen kommen weit überwiegend from U.K. Die Preise in den Restaurants, aber auch im Einzelhandel sind teilweise höher als sonst in der Region üblich..
Ciutadella
39° 59,9' N 003° 49,6' E
Zur Ansteuerung der Hafeneinfahrt wird in den Handbüchern einlaufend Steuerbord ein mittelalterlicher Turm empfohlen, der von weitem jedoch weder durch Farbe noch Größe besonders auffällt. Backbord steht ein kleiner Leuchtturm, schwarz/weiß. Der Hafenkanal ist mit einer Signalanlage ausgestattet, die der Verkehrsregelung dient, wenn Fährschiffe ein- oder auslaufen. Es gibt zwei verschiedene Signale, die beide im wesentlichen bedeuten, dass Sportboote den Kanal baldmöglichst zu verlassen haben.
Im vorderen Hafenteil befindet sich einlaufend steuerbord der Club Nautico, weiter innen der Fährhafen, danach der Kommunalhafen für Sportboote und kleine Fischerboote.
Anmeldung über Kanal 14 bei der kommunalen Hafenbehörde. Preise ca. 15,00 € pro Nacht für eine 44ft. Segelyacht . Wasser und Strom inklusive. Zu den Sanitäranlagen muss man in den Club Nautico gegenüber auf die Südseite (ca. 10 min. laufen). Dort sind die Einrichtungen sauber und komfortabel und stehen jedem Sportschiffer offen. Duschen kostete 2,00 € für 6min. Für 20,00 € kann man eine Maschine Wäsche waschen und trocknen lassen. Zwei Stunden später ist alles fertig.
Ein Supermarkt befindet sich 5 Minuten Fußweg vom nördlichen Hafenkai, den Berg hoch. Es gibt in der Stadt zahlreiche gute Restaurants, verschiedene Fachgeschäfte, auch Ferreterias (kleine Bau- und Heimwerkergeschäfte). Der Liegeplatz im inneren Kommunalhafen hat ein bezauberndes Flair durch die umgebenden alte Bauwerke und den Ausblick auf Kathedrale und Reste der Stadtmauer, an der massenhaft wilde Kapernsträucher wachsen.
Cala Fornells
Große Bucht im Norden Menorcas und einziger Unterschlupf bei schlechtem Wetter auf der gesamten Nordseite. Bei starkem Seegang aus Nord steht aber auch Schwell in die Bucht hinein und das Auslaufen kann schwierig werden. Die Distanz zum nächsten sicheren Hafen Ciutadella beträgt ca. 25sm, bis Mahon ist es etwas weiter. Durch das Richtfeuer auf der Insel inmitten der Bucht kann die Cala Fornells auch in der Dunkelheit sicher angelaufen werden.
Es liegen zahlreiche Bojen aus, in roter und gelber Farbe, vermutlich für verschiedene Bootsgrößen. Leider sind diese auf den Bojen nicht angegeben. Es gibt auch eine Mole am Ort Fornells und Schwimmstege. Ende September 2007 kam niemand zum Abkassieren, die Übernachtung an der Boje war umsonst.
Die Bucht ist sehr groß, an der Südseite ist ein Touristenbetrieb. Von hier aus fahren Wassersportler aller Art durch die Bucht.
Landschaftlich ist die Cala Fornells bezaubernd. Sie beeindruckt durch die nahezu vegetationslosen und bizarren Kalkfelsformationen.
Cala D'Addaya
40° 0,44' N 004° 12,01' E
Gegen nahezu alle Winde gut geschützte Bucht bzw. tiefer Landeinschnitt an der Ostseite Menorcas.
Die Ansteuerung bedarf aufgrund zahlreicher Untiefen einer gewissen Aufmerksamkeit und wird bei starkem Schwell aus Nord gefährlich sein. Es liegen aber ausreichend rote und grüne Bojen aus, die das Fahrwasser markieren. Südlich der Isla Mola liegt ein großes Bojenfeld. Die Bojen machen einen privaten, teilweise unsicheren Eindruck. Fast alle Bojen waren durch Dauerlieger (Yachten) oder Fischerboote besetzt. Südlich des Bojenfeldes besteht die Möglichkeit zu ankern, der Ankergrund hält jedoch nicht gut (Schlick, verkrautet). Der Platz zum Schwojen ist begrenzt.
Direkt westlich der Isla Mola befinden sich einige Stege. Hier gibt es einen Club Nautico, der über UKW Kanal 09 erreichbar ist. Duschen kostet 2,65 € ohne Zeitbegrenzung. Zum Supermarkt (begrenztes Angebot) muss man ca. 1km den Berg hoch. Am Gästesteg gibt es Säulen mit Strom- und Wasseranschluß.
Wegen der Schwierigkeiten, einen sicheren Platz zu finden, ist diese Cala bei Sturm nur bedingt geeignet.
Weiter Minuspunkte: Man liegt in der Einflugschneise des Flughafens Mahon (erträglich).
Zur entsprechenden Jahreszeit besuchen Stechmücken in großer Zahl das Schiff (unerträglich).
Landschaftlich ist die Bucht ein Traum. Bizarre Kalkfelsen und Pinienbewuchs wechseln sich ab. Es gibt eine reiche Tierwelt zu beobachten. Abends wird es still und man hört die Stimmen verschiedener Vögel und das Bimmeln der Glöckchen der Schafe, die am Ufer weiden.
Fazit: unbedingt empfehlenswert bei schönem Wetter und außerhalb der Moskitosaison.
Auf Menorca herrscht Mittelmeerklima mit durchschnittlichen Jahresniederschlägen zwischen 300 Millimetern im Norden und circa 750 Millimetern im Süden. Die Sommer sind von einer etwa drei Monate anhaltenden Trockenzeit geprägt.
Menorca liegt als nordöstlichste der Baleareninseln noch deutlich im Einflussbereich der nordwestlichen Kaltlufteinbrüche aus der Biskaya, die dann als Mistral aus dem Golf du Lyon oder als Tramuntana aus dem Ebrodelta die Nordküste erreichen. Da diese jedoch über keine sichere Häfen verfügt, ist hier das genaue Studium des Wetterberichts angesagt.
Die vorherrschende Windrichtung ist Nord (In Mahon ca. 240 Tage Nordwind im Jahr). Typische Mistrallagen dauern etwa drei bis vier Tage. Anschließend kommt oft noch einige Tage starke Dünung nach. Die Nordküste Menorcas kann also durchaus ein raues Segelrevier sein, die Südküste ist meist etwas ruhiger.
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