EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Wettererscheinungen:
Großwetterlagen in Europa - was sie für Segler bedeuten


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Trotz modernster Technologie ist es den Meteorologen immer noch nicht möglich, exakte Wettervorhersagen für einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen zu liefern: Die Prognosen haben nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine statistische Sicherheit von etwa 60 Prozent, während die Trefferquote der normalen Kurzfristprognosen für den nächsten Tag, was den Wind betrifft, immerhin um die 95 Prozent liegt. Bei der Törnplanung muß sich der Segler auf die Interpretation der Großwetterlage verlassen. Einige Übung vorausgesetzt, kann das sehr viel hilfreicher sein, als manch einer glauben mag. Die Lage von großen stationären Druckgebilden, wie zum Beispiel dem Azorenhoch, hat Einfluß auf die Bewegung der Luftmassen und damit auf unser Wetter. Wenn die Kenntnisse der Lagen auch keine exakte Wettervorhersage ermöglichen, so helfen sie doch, eine ungefähre Prognose zu erstellen über das, was wir in den nächsten Tagen zu erwarten haben.

1. Zentralhoch über Mitteleuropa

Unsere klassische Sommerlage. Alle atlantischen Tiefausläufer werden über Island nach Nordosten abgedrängt. Im Bereich von Nord- und Ostsee herrscht schönstes Sommerwetter.
Wind: Drehender Schwachwind oder Flaute

2. Westlage

Liegt ein schwaches Hoch im südlichen Mitteleuropa und im Mittelmeergebiet sowie ein Steuerungstief im Bereich Island-Grönland, dann entsteht eine Westlage, bei der Tiefausläufer wie die Perlen an der Schnur über Nord- und Ostsee hinwegziehen. Die Wetterentwicklung gestaltet sich dann wie im Lehrbuch.
Wind: Vor jeder Warmfront dreht der Wind auf Süd bis Südost zurück, bei gleichzeitiger Eintrübung und folgendem Regen: Mit Durchzug der Front dreht der Wind auf Südwest und weiter rechts, wobei der Regen in Schauerwetter übergeht. Bei West bis Nordwest-Winden folgt eine kurze Wetterberuhigung, bis es wieder von vorne losgeht. Bei einer Westlage kann es durchaus stürmisch wehen.

3. Südwestlage

Liegt das Steuerungstief bei Irland und Schottland, dann herrscht in Nordeuropa eine Südwestlage, bei der kleine Tiefs mit viel Regen über Mitteleuropa hinweg zum Baltikum ziehen.
Wind: Südwest- bis Westwinde

4. Nordwestlage

Ein Hoch über den britischen Inseln und ein Tief über Mittelskandinavien, der Bottensee oder Südfinnland verursachen über unserem Gebiet einen nordwestlichen Höhenwind, der Kaltluft in Staffeln heranführt. Oft gibt es Tiefdrucktröge. . Eine Nordwestlage kann sehr beständig sein und einige Tage bis zu einer Woche anhalten. Sie endet damit, daß sich das Hoch abschwächt oder, wenn es Bestandteil des Azorenhochs war, nach Süden zurückzieht.
Wind: schwere Schauerböen auf der Rückseite der durchziehenden Tiefs

5. Nordlage

Liegt das Hoch weit nördlich über Jan Mayen oder Island und ein altes Tief fest über Finnland. Weil die Nordlage recht stabil ist - das alte Tief füllt sich nur recht langsam auf – kann sie sich hartnäckig über eine Woche und länger halten. Nordlagen gelten als gefährlich.

Wind: Im Ost- und Nordsee- Bereich weht der Wind meist stürmisch aus Nord bis Nordwest.Im Sommer gibt es im Bereich der Deutschen Bucht und der jütländischen Nordseeküste auflandigen Sturm, im Winter kann die Nordlage schwere Sturmfluten erzeugen.

6. Ostlage

Diese gibt es häufig im Winter, aber auch im Frühsommer im Mai und Juni. Ein kräftiges Hoch liegt fest über Skandinavien, Finnland und Nordwest- Rußland und ein Tief über dem Balkan oder Südpolen. Die Ostlage ist sehr beständig und kann über eine Woche anhalten.
Wind: Für Nord- und Ostsee bedeutet das Sonnenschein und Wind, der aber durchaus stürmisch werden kann.Aufpassen muß man, wenn das Balkantief nach Nordwesten vorankommt. Aufziehende Wolkenfelder im Südosten sind ein Anzeichen dafür. Dies kann für den Bereich der westlichen und mittleren Ostsee Oststurm bedeuten.

7. Südostlage

Ein Skandinavienhoch und ein Tief über der Biskaya und Südengland führen mit südwestlicher Strömung warme Luft in unseren Bereich. Diese Wetterlage tritt häufig im Mai und Juni auf.
Wind: Sind Hoch und Tief kräftig ausgeprägt, kann es auch windig werden.

Weblinks:
Großwetterlage in Wikipedia
Auflistung von häufigen Wetterlagen in Europa (von pik-potsdam.de)

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